Das Klima ist in Nigeria stark davon abhängig, in welchem Teil des Landes man sich aufhält. Im Norden herrscht ein Wüstenklima vor, welches sehr trockene Luft mit sehr hohen Temperaturen verbindet. Die Niederschlagsmenge in dieser Region ist sehr gering, und Temperaturen von über 50°C sind in den Sommermonaten keine Seltenheit.

Ein weiteres klimatisches Merkmal dieser Region sind die grossen Temperaturunterschiede, die hier zwischen Tag und Nacht auftreten können.

Im Süden des Landes ist ein feuchtheisses Klima verbreitet. und zwischen April und Oktober herrscht hier Regenzeit, in der beachtliche Mengen Niederschlag fallen können. In diesen Regionen liegt die Luftfeuchtigkeit meistens zwischen 85 – 95%, und in den Nächten ist es meist nur unwesentlich kühler.

Ein besonderes Klima besitzt das Bauchiplateau, das auf Grund seiner hohen Lage wesentlich kühler ist und deshalb keine so hohe Luftfeuchtigkeit besitzt.

Landschaften

Die Lebensadern Nigerias sind die beiden grossen Ströme des Landes – der Niger und der Benue. Diese beiden Flüsse durchziehen das ganze Land und zählen zu den wasserreichsten Süsswasserreservoirs der Erde. Entlang dieser Ufer entwickelten sich eine reichhaltige Fauna und Flora, die in dieser Form einzigartig sind. Im Zentrum des Landes mündet der Benue in den Niger, der von hier aus unaufhaltsam in Richtung Meer fliesst.

Bald nach dem Zusammenschluss dieser grossen Ströme entfaltet sich ein gigantisches Delta, das eine der schönsten Sumpfregionen der Erde bildet.

Entlang der Küste Nigerias gibt es unzählige malerische Lagunen, an denen sich kleinere und grössere Siedlungen befinden. Diese seichten Gewässer eignen sich teilweise sehr gut zum Baden und sind ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen. Die Zahl der Lagunen nimmt schnell ab, wenn man langsam in Richtung des Nigerdeltas fährt. Bald werden sie abgelöst von den Mangrovenwäldern, die einen beträchtlichen Teil der Vegetation ausmachen. Dieses Naturphänomen entstand auf Grund der Gezeiten, die in regelmässigen Abständen einen schmalen Küstenstreifen überschwemmen. Da der Salzgehalt des Wassers so hoch ist, dass normale Pflanzen nicht wachsen, haben sich in diesen Gegenden die salzresistenten Mangrovenpflanzen ansiedeln können. Sehenswert sind die bemerkenswerten Wurzelgebilde, die bei niedrigen Wasserständen vollkommen freistehen. Die Vegetation in dieser Küstenregion ist ebenfalls besonders vielfältig, und ein grosser Teil der Bevölkerung Nigerias lebt von den Schätzen dieser Gegend.

In Nordnigeria herrscht ein sehr trockenes und heisses Klima vor, so dass sich hier eine Wüste bilden konnte, die durch Winde aus der Sahara trocken gehalten wird. Es befinden sich hier ausgedehnte Fels- und Sandlandschaften, die durchaus auch ihren Reiz für Abenteurer haben können. Im Zentrum des Landes gab es einen grossen Regenwald, der mittlerweile jedoch zu grossen Teilen gerodet wurde und an dessen Stelle sich Feuchtsavannen etablieren konnten.

Nicht unerwähnt lassen sollte man das Bauchiplateau. Es handelt sich hierbei um ein Hochland, welches in 2100 Metern Höhe liegt. In dieser Höhe erstrecken sich friedvolle Graslandschaften, die der Mensch heute zum Anbau von verschiedenen Agrarprodukten nutzt. Das Klima in diesem Landesteil ist sehr mild und aus diesem Grund zieht es viele Reisende hierher.

Die Fauna und Flora in Nigeria kann man anhand der beiden grossen Klimaräume des Landes unterscheiden. Auf der einen Seite gibt es die Wälder und Sümpfe mit ihrer üppigen Vegetation, und auf der anderen Seite gibt es die Savannen, die ebenfalls einen reichhaltigen Lebensraum darstellen. An der Küste wachsen vor allem Mangrovenwälder, die jedoch in Süsswassergebieten sofort von Palmen und Mahagonibäumen abgelöst werden.

Nördlich dieser Sumpfgebiete beginnt die Regenwaldzone, die jedoch unter der weit verbreiteten Rodung zu leiden hatte.

Im Umfeld der grossen Ströme des Landes sind vor allem die grossen Bäume beeindruckend, die eine Höhe von bis zu 60 Metern erreichen können. Das Bild bestimmen hier verschiedene Mahagonibäume und afrikanische Walnussbäume. Wenn man noch weiter in das Inland vordringt, wird der Regenwald langsam von der Savanne abgelöst. Hier gibt es dann nur noch hohe Gräser und einige kleine, aber dank ihrer Form sehr malerische Bäume.

Die Tierwelt im Regenwald ist beeindruckend vielfältig. Es gibt auch einige grössere Tiere, wie zum Beispiel die Gorillas und Schimpansen. Auf Grund der Zerstörung dieses einzigartigen Lebensraums nimmt die Zahl dieser Menschenaffen beständig ab. Die Paviane, die ebenfalls hier leben, sind ein wenig robuster. Sie kommen mit den sich verändernden Lebensbedingungen besser zurecht, dennoch nimmt auch ihre Verbreitung langsam ab. Es gibt noch viele weitere Affenarten in diesen Wäldern, die man aber nur als aufmerksamer Beobachter zu Gesicht bekommt.

Besonders zahlreich sind in Nigeria die verschiedenen Reptilien, zu denen die verschiedensten Schlangen, Echsen und Krokodile gehören. In der Savanne leben ebenfalls sehr viele Säugetiere und Nigeria besitzt über zwei Dutzend verschiedene Antilopenarten, die bisher kaum untersucht wurden. Man findet hier aber auch grosse Raubtiere, wie zum Beispiel den Löwen oder den Leoparden. In einigen Gebieten streifen noch Giraffen und Elefanten durch die Landschaften, jedoch sind die Populationen dieser Tierarten rückläufig.

In den Sumpf- und Flussgebieten kann man mit viel Glück ein Nilpferd antreffen. Zwischen der Savanne und den Wüsten sind Wüstenhyänen sehr weit verbreitet. Beeindruckend ist auch die grosse Anzahl an Vogelarten, die man in Nigeria beobachten kann. Viele Vögel, die die Sahara überquert haben, machen in den wasserreichen Gebieten des Landes Rast und können hier von Hobbyornithologen betrachtet werden.

Umweltprobleme

Schwerste Schäden entstanden im Nigerdelta durch die seit mehr als 50 Jahren andauernde Erdölförderung. Wasser und Luft sowie Nahrungsmittel sind verseucht. Laut einer im August 2011 veröffentlichte Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) werden bis zu eine Million Menschen durch die gravierende Umweltverschmutzung bedroht. Eine Sanierung der verseuchten Gebiete wird bis zu 30 Jahre dauern und alleine in den ersten fünf Jahren der vorgeschlagenen Aufräumaktion Kosten in Höhe von einer Milliarde US-Dollar verursachen.

Bei Explosionen von Ölpipelines sind in den letzten Jahren immer wieder zahlreiche Menschen getötet worden. Bei einer Explosion einer Pipeline bei Abule Egba am 26. Dezember 2006 kamen etwa 500 Menschen ums Leben, eine Explosion der Iljegun-Pipeline am 16. Mai 2008 forderte etwa 40 Todesopfer. Im Mai 2010 traten aus einer Pipeline in Akwa Ibom binnen sieben Tagen über 3000 Barrel Öl aus und zerstörten einen der größten Mangrovenwälder der Erde.

Nationalparks

Um die Natur zu schützen wurden in Nigeria Nationalparks eingerichtet, die auch zu den beliebtesten Touristenzielen zählen. Besonders erwähnenswert ist hier zum Beispiel der Kainji-Nationalpark, der um den Kainji-Stausee herum gelegen ist. Das Besondere an diesem Park ist, dass er verschiedene Vegetationszonen besitzt.

Der grösste Teil besteht aus Trockensavannen, die mit hohen Gräsern bewachsen sind.

Der kleinere Teil des Nationalparks gehört zum Regenwald. Neben diesem beeindruckenden Naturwunder gibt es noch einen weiteren wichtigen Nationalpark – den Yankari-Nationalpark. Hier handelt es sich um eine Trockensavanne, in der viele verschiedene Gräser und überschaubare Wälder wachsen. Hier befindet sich eine hügelige Landschaft mit Erhebungen von bis zu 600 Metern. Von Mai bis September ist Regenzeit in der bis zu 1000mm Wasser fallen können.

Die Temperaturen schwanken zwischen 18° und 23°C sowie 12°C in der Nacht. In den nigerianischen Nationalparks kann man Elefanten, Affen, Antilopen, Löwen, Büffel und Flusspferde beobachten. Für Ornithologen sind diese Reservate ebenfalls ein sehr interessantes Forschungsgebiet, denn hier kann man 130 einheimische Vogelarten antreffen.

Die Dankbarkeit wurzelt im Wissen, dass Großherzigkeit nicht selbstverständlich ist.Herzlichen Dank

Wir danken von Herzen allen Spendern, Förderern, Helfer und Mitarbeiter für ihre treue Unterstützung.
Ein herzliches Dankeschön auch an jene, die eine längerfristige Projekt- oder Kindspatenschaft übernommen haben!
Vor allem im Namen der Kinder ein Vergelt's Gott für jede noch so kleine Gabe und das Mittragen im Gebet.

Zum Seitenanfang